VOLLE GRANATE RENATE!

Vorwech auf TORFROCK’s Beinharter Bagaluten-Wiehnacht

Wir haben im Laufe unserer steilen Bandkarriere wirklich wenig Auftritte gescheut. Wir waren im Knast, in Russland und haben uns sogar in eine Casting-Show gewagt. Noch nie wurden wir vor Shows allerdings derart alarmiert wie vor unserer Tour mit Deutschlands Rock’n’Roll Urgesteinen TORFROCK.

Dabei wurden uns drei mögliche Konzerteausgänge skizziert: „Ihr werdet von der Bühe gebuht, kriegt ’n Bierbecher ins Mischpult oder direkt auf’s Maul“. Von derart pessimistischem Gewäsch ließen wir uns die Vorfreude allerdings nicht vermiesen. Schließlich sollten wir an Weihnachten und zu Hause die Möglichkeit bekommen, mit DER Band zu spielen, die wir alle bereits mit der Muttermilch aufgesogen hatten. TORFROCK begleitet uns seitdem wir uns erinnern können und zu Rollo der Wikinger, Presslufthammer B-B-B-B-Bernhard und (volle Granate) Renate können wir uns selbst in den aussichtslosesten Situationen noch zum Saufen animieren.

Dementsprechend erwartungsfroh luden wir zwei Tage vor Weihnachten unser Gerümpel in unser Quasi-Wohnzimmer, den M.A.U. Club Rostock. Im (neuen und äußerst schicken) Backstage trafen wir auf die gestandenen Platt-Rock-Krieger, gemütlich Bier nuckelnd und in die bequemen Sofas gepresst. Ein paar Hülsen und einige Stories, welchen ihrer Songs wir schon in welcher Situation gehört hatten (wobei Mit Surfer-Herpes am Mund zu „Hau mir doch bitte, nicht mehr auf die Lippe“ durch Costa Rica fahren das Highlight darstellte) brachen schnell das Eis und die Jungs und ihr äußerst symphatischer Tourmanager Oli zogen uns an die Tischplatte.

Gut gelaunt und angeheitert machten wir uns dann an unseren Auftritt im bumsvollen M.A.U.

Fun Fact: Der Club, in den sonst 800 Gäste passen, war heute schon mit 750 Leuten ausverkauft, da auf TORFROCK-Shows „mehr Fleisch“ im Laden ist. Nachdem wir zum ersten Song auf die Bühne stürmten und in die Saiten griffen, wussten wir auch was das heißen sollte. Vor uns stand eine regelrechte, teils sogar behörnte Horde.

Die Bedenken, die uns im Vorfeld eingebläut wurden, erwiesen sich im Laufe unseres Sets jedoch als unbegründet. Vielleicht hatten wir den erforderlichen Ton gleich mit unserem ersten Satz „Moin Leute, Schnauze jetzt, sonst tut das knallen“ aus Überfall ganz gut getroffen. Es wurde mitgeklatscht, gegröhlt, geschubst und gehüpft, sodass die Stunde, die wir auf der Bühne hatten, quasi verpuffte.

Sehr zufrieden und unter ständigem Rückenklopfen, Zuprosten und Abklatschen konnten wir dann die zweieinhalbstündige Show der Altmeister im Kreise ihrer angeheiterten Anhängerschaft bestaunen. Diese Typen haben einfach Hits geschrieben und können auch im fortgeschrittenen Alter noch derbe abliefern. Beim finalen Instrumental-Part entwickelten die Jungs nur mit Bass, Gitarre, Drums einen derartigen Druck und Zug, dass uns die Kinnladen in die Bierbecher klatschten. Und auch der zweite Abend in der Sport- und Kongresshalle Schwerin, in der sogar 2.000 TORFROCK Fans auf uns warteten, war für uns ein voller Erfolg und unheimlich toller Abend. Vielen Dank nochmal an Torfrock, ihr Team und ihr wunderbares Publikum für diese schöne Bagaluten-Wiehnacht!